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'''Jnana Yoga''' (, m., ????????, , des Wissens), auch '''Jnanamarga''', ?Weg des Wissens? genannt, ist das Streben nach Erkenntnis der letzten Wahrheit, um Erlösung () vom Kreislauf der Wiedergeburten zu erlangen. Nach Verständnis ist die Wurzel von allem Übel , das ?Nichtwissen?, und dieses wiederum die Ursache für die . Nicht theoretische Gelehrsamkeit und Anhäufung von Einzelwissen ist das Ziel, sondern . Das beschreibt den Unterschied bildlich: ''?Wer nicht erkennt, sondern nur vieles gehört hat, kann den Sinn der Schriften nicht verstehen, so wie ein Löffel nichts vom Geschmack der Suppe weiß?'' (MB.II,55,1)

Nach dem , einer der populärsten Richtungen hinduistischer Philosophie, ist dieses Wissen stets vorhanden, es braucht daher nicht erworben, sondern nur ins Bewusstsein gerückt zu werden.

Das Wort ''Jnana'', ?Erkenntnis?, ist verwandt mit dem griechischen Begriff mit derselben Bedeutung.

Praxis

Im Idealfall unterteilt sich die Praxis eines Jnana-Yogis in drei ? sich in Zyklen abwechselnde ? Phasen:
  • '''Shravana''' bedeutet zuhören und meint Unterricht im Beisein () eines Lehrers (), der dem Schüler das wesentliche Verständnis auf individuelle Weise näher bringt.
  • '''Manana''' bedeutet und dient der Verinnerlichung des aufgenommenen Wissens.
  • '''Nididhyasana''' bedeutet ernsthafte anhaltende . Das soll dem Schüler ein praktisches Verständnis geben und ihn zur Erkenntnis führen.

Die Mittel

Das Vorgehen des Schülers, das zu seiner Erlösung führt, wird durch die ?vier Mittel der Erlösung? (''Sadhana Chatushtaya''), die aufeinander aufbauen, beschrieben.

  • '''Viveka''' -- Unterscheidung zwischen ? das, was unveränderlich ist ? () und ? das, was vergänglich ist ? ().
  • '''Vairagya''' -- Abneigung gegenüber weltlichen Dingen (u. a. Überwindung niederer Triebe), Loslösung von dem, was als vergänglich erkannt wurde.
  • '''Shad-sampat''' -- Die ''sechs Tugenden: Sama'' (Geisteskontrolle), ''Dama'' (Sinneskontrolle), ''Uparati'' (Entsagung von schädlichen Handlungen), ''Titiksha'' (Ausdauer), ''Shraddha'' (Glaube), ''Samadhana'' (innere Sammlung, Eins-Gerichtetheit des Geistes) ? helfen dabei, Loslösung und Unterscheidung zu erreichen.
  • '''Mumukshutva''' -- der intensive Wunsch zur Befreiung und Erkenntnis ist die treibende Kraft. Es ist der letzte Wunsch, der alle anderen Wünsche ersetzt, aber letztlich auch aufgegeben werden muss, um Befreiung zu erreichen.

Die Wahrheit wird durch die vier s (große Sprüche, die die Quintessenz der sind) ausgedrückt:

  1. Tat tvam asi -- ''Du bist DAS ? ? die Realität''. ( 6.8.7, , )
  2. Aham brahmasmi -- ''Ich bin Brahman'' (Brihadaranyaka Upanishad 1.4.10, , )
  3. Ayam atma brahma -- ''Das individuelle Selbst (Atman) und die Weltseele (Brahman) sind eins'' ( 1.2, )
  4. Prajnanam brahman -- ''Bewusstsein ist Brahman'' ( 3.3, des )

Ein weiteres Mittel des Jnana Yoga ist Neti, neti (''Na iti, na iti''), was so viel heißt wie ''Nicht das, nicht dies''. Alles, was benannt oder durch den verstanden werden kann, ist per Definition nicht Brahman, da dieses nie Objekt, sondern immer nur Subjekt sein kann. Wenn alle Bewusstseinsobjekte ausgeschlossen wurden, bleibt nur noch das übrig, das nicht benannt werden kann ? die unveränderliche Wahrheit, das Brahman.

In der wird Jnana-Yoga beschrieben und im Vergleich zu , der liebenden an Gott, als schwieriger bezeichnet. Die Bhagavadgita preist besonders den Weg der Tat (), doch auch ein Mensch, der dem Weg des Jnana Yoga folgt, kann letztlich zum gleichen Ziel gelangen, sagt zu .

Die anderen Yogawege sind: (Yoga der Hingabe) und (Erlösung durch Taten ohne Anhaftung). Als vierter Weg wird oft noch (?Königsyoga?, Meditation und Versenkung) hinzugefügt. Unter dem Gesichtspunkt des Jnana Yoga werden diese anderen Wege als vorbereitend angesehen, da der Geist für die höchste Erkenntnis erst entsprechend gereinigt werden muss. Dadurch unterscheidet sich auch der klassische vom Neoadvaita der aktuellen bewegung. Dagegen gelten den Anhängern des Bhakti-Weges alle anderen Wege als Vorbereitung und Karmayogis sehen ihren Weg als den sinnvollsten an.

Literatur

  • Swami : ''Jnana-Yoga. Der Pfad der Erkenntnis''. Phänomen-Verlage Ebele, Neuenkirchen 2006, ISBN 3-933321-71-9.
  • Sri Nisargadatta Maharaj: ''Ich bin.'' Teil 1. J. Kamphausen, Bielefeld 2002, ISBN 3-933496-03-9.
  • Elios: ''Universale Freiheit. Advaita Vedanta in der Lebenspraxis des 21. Jahrhunderts''. J. Kamphausen 2012, ISBN 978-3-89901-698-7.
  • : ''Einssein. Klarheit und Lebensfreude durch Advaita''. Lüchow, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-363-03120-1.
  • Yogi Ramacharaka, : ''Jnana Yoga. Ein Kurs im Yoga des Wissens.'' Edition Solis, Münstertal 2013, ISBN 978-1482763294.