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'''Hatha Yoga''' ( stammend, öffnet das Hatha-Yoga einem größeren Kreis als dem Tantrismus.

Allgemeines

Die Überlieferung nennt Kapila, Autor des verlorengegangenen ''Samkhya-Sutra'', als Begründer des Systems, ''Samkhya'' (Sanskrit, n., ??????, ; auch S??khya). Ob es sich hierbei um eine historische oder um eine rein legendäre Person handelt, ist in der Forschung umstritten. Als wichtigste Textquelle gilt das älteste erhaltene Werk der Tradition, die ''Samkhya-Karika'' von Ishvarakrishna, eine Sammlung von insgesamt 72 Lehrstrophen, die etwa zwischen 350 und 450 verfasst wurde. Aus diesem Text ist die Lehre in der vorliegenden Form bekannt. Als Kernzeit des Samkhya ist die klassische Epoche anzusehen (um 400 v.?Chr. bis um 700). Das Mahabharata, das große indische Epos (300 v.?Chr.-500) wurde deutlich vom Samkhya beeinflusst. Das Samkhya war schon früh mit dem Yoga eine enge Verbindung eingegangen. Das Samkhya lieferte die Theorie, das Yoga bildete die Praxis.

''Hatha'' bedeutet Gewalt oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist, um das eigentliche Ziel zu erreichen. Weiter wird der Begriff als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien (heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, Sonne und Mond) gedeutet. Die Silbe ?Ha? steht für Sonne (Kraft, erhitzend), die Silbe ?tha? steht für Mond (Stille, kühlend).

Der Begriff Hatha Yoga wurde in der ''Hathapradipika'' verwendet, einer Yogaschrift aus dem 15.?Jahrhundert n. Chr. Dort grenzt er den spirituellen Yoga (wie etwa Raja Yoga) vom körperlichen Yoga (Hatha Yoga) ab. Hatha Yoga bezeichnet hier eine Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga.

Neben der ''Hathapradipika'' gibt es zwei weitere wichtige Grundlagenwerke des Hatha Yoga, die Gherandasamhita sowie die Shivasamhita. Hierdurch wird klar, dass auch innerhalb des Hatha Yoga Meinungsverschiedenheiten über sowohl theoretische als auch praktische Belange existieren.

Hatha Yoga war anfänglich zur Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert, erfreute sich jedoch rasch großer Beliebtheit und wurde schon bald als eigenständige Yoga-Form betrachtet. Im westlichen Kulturkreis versteht man unter ''Yoga'' oft hauptsächlich Hatha Yoga.

Reinigungsübungen

Es gibt sechs Hauptreinigungsübungen, die Shatkriyas, die ein wesentlicher Bestandteil des Hatha Yogas sind. Sie sollen den Körper und seine verschiedenen Hohlräume (Rachenraum, Bauch etc.) systematisch reinigen und von Schleim befreien. Diese Praktiken bilden zusammen mit den Asanas eine wichtige Voraussetzung, um Pranayama und Mudras zu üben.

Literatur

  • Mikel Burley: ''Hatha Yoga.'' Lotos, München 2005, ISBN 3-7787-8171-5.
  • B.K.S. Iyengar: ''Licht auf Yoga.'' Barth, Bern 2003, ISBN 3-502-63334-7.
  • Swami Satyananda Saraswati: ''Asana Pranayama Mudra Bandha.'' Bihar School of Yoga, Ananda, Köln 2001, ISBN 3-928831-17-8.
  • Wilfried Huchzermeyer: ''Das Yoga-Wörterbuch. Sanskrit-Begriffe, Übungsstile, Biographien.'' edition sawitri, Karlsruhe 2006, ISBN 3-931172-25-2.
  • Swami Swatmarama: ''Hatha-Yoga Pradipika. Die Leuchte des Hatha-Yoga.'' Phänomen, Neuenkirchen 2007, ISBN 978-3-933321-61-9.
  • Lucy Lidell: ''YOGA ? Sivananda Yoga Zentrum.'' Mangalam Books, Lautersheim 2003, ISBN 3-922477-40-2.
  • Alexander Kobs: ''Shatkarma ? Die Geheimnisse der Yoga-Reinigung.'' Windpferd, Aitrang 2005, ISBN 978-3-89385-477-6.
  • Dietrich Ebert: ''Physiologische Aspekte des Yoga.'' Thieme, Leipzig 1986, ISBN 3-7404-0002-1.
  • Swami Sivananda Radha: ''Hatha Yoga: The Hidden Language, Secrects and Metaphors.'' Timeless Books, Kootenay Bay 2006, ISBN 1-932018-13-1.
  • Elisabeth Haich, Selvarajan Yesudian: ''Sport und Yoga.'' Aquamarin, München 2012 ISBN 978-3-89427-599-0.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen